Hallo meine Damen,
da wir in letzter Zeit ja einige Neue Kolleginnen bekommen haben und sich dadurch die ein oder andere Frage wiederholt hat, habe ich mich mal hingesetzt und für euch etwas fertig gemacht.
Danke noch mal an Martina, die hat nämlich noch den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag gemacht - die ich auch umgesetzt habe.
Viel Spaß beim lesen und üben sagt Maritta Koch
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Hier ein paar Sachen die man am Anfang gebrauchen kann:
Die Naturnagelvorbereitung – das Wichtigste überhaupt:
Die Hände incl. Naturnagel (im folgenden NN genannt)desinfizieren. Mit einem Rosenholzstäbchen oder einem Pro-Pusher (Instrument aus Edelstahl) die Nagelhaut vorsichtig zurückschieben. Den NN sorgfältig mit einem Buffer in Quer- und Wuchsrichtung anmattiert bis er keine glänzende Stelle mehr hat dabei den letzten Feilstrich gegen die Wuchsrichtung machen. Den Nagel mit einer Nagelbürste oder einem festen Naturhaarpinsel entstauben. Die besonders akkurate NN-Vorbereitung verhindert spätere Liftings und sollte deshalb in Fleisch und Blut übergehen. Wirklich Zeit lassen dabei und in aller Ruhe arbeiten.
Primer oder Haftgel?
Beides dient der Unterstützung zur Anhaftung des Gels. Benutzt man ein 1-Phasen-System (wird später noch erklärt), wird bei Problemnägeln mit einem Primer gearbeitet. Benutzt man ein 3-Phasen-System (wird ebenfalls später erklärt) wird mit Haftgel gearbeitet. Generell kann gesagt werden, bei einer ausreichenden NN-Vorbereitung braucht man keinen zusätzlichen Primer.
Wenn Primer genutzt wird, sollte man nach Möglichkeit auf einen säurehaltigen zurückgreifen (Metacrylic-haltig) – dieser schafft einen Untergrund der zu vergleichen ist mit einem Klettband – so dass die aufgetragene Grundschicht eine gute Anhaftung findet.
Ein Dehydrieren (Feuchtigkeit und Fett werden entzogen) mit einem speziellen Dehydrator ist hingegen durchaus sinnvoll.
Man kann dabei auf fertige Produkte von verschiedenen Herstellern zurückgreifen (Vorsicht – da gibt es enorme Preisunterschiede für ein und das Selbe Produkt) Hier darf auch ruhig auf die Nagelhaut bzw. in den Nagelfalz aufgetragen werden – jeder Rest an Fett oder Feuchtigkeit soll entzogen werden.
Eine gute Pflege mit einem Nagelöl ist ein Muss nach dem Einsatz von Dehydrator da dieser die Haut ebenfalls austrocknet.
Dickes oder Dünnes Gel?
Es gibt verschiedene Gelkonsistenzen die auch für verschieden Arbeitsschritte bei der Gelmodellage verwendet werden.
Ein dünnes Gel – Dünnviskos – dient meist als Haft-, Versiegelungs- oder Frenchgel da es möglichst dünn aufgetragen werden soll.
Ein mittleres Gel – Mittelviskos – wird meist für Haft- oder Aufbauschicht verwendet. Es ist etwas standfester als das dünne Gel, läuft nicht in die Nagelränder und ist meist selbstglättend.
Ein dickes Gel – Dickviskos – dient in der Regel für den Aufbau oder für die Modellage über Schablone. Es ist besonders standfest – teilweise zu vergleichen mit Niveacreme oder Gellee.
Farb- und Glittergele:
Es gibt entweder fertig gemischte Farb- oder Glittergele von verschiedensten Herstellern zu kaufen (z.B. Ebay) oder man mischt sich seine Farb- oder Glittergele selbst. Hierzu eignet sich am besten ein dünnviskoses Gel z.B. Versiegelungsgel. Farbpigmente und Glitter können ebenfalls von verschiedensten Herstellern (z.B. Ebay) bezogen werden.
Zum selbst mischen braucht man dann noch kleine Döschen die sehr gut in der Apotheke gekauft werden können. Das Mischungsverhältnis ist nicht klar definiert sondern richtet sich nach dem eigenen Geschmack.
Bei Farbgelen ist darauf zu achten, dass sich durch die Pigmentierung die Aushärtungszeit verlängern kann. Meist auf etwa 3-5 Minuten – das muss man aber individuell ausprobieren. Pigmente dürfen nur sehr sparsam beigemischt werden, da bei einem zu hohen Pigmentanteil die Gele nicht mehr aushärten.
Frenchgele – weiß oder natur?
Frenchgele gibt es neben weiß auch in allen gängigen anderen Farb- und Glittertönen. Es wird hier nur deshalb noch einmal gesondert erwähnt weil Frenchgele in der Regel keine eigenen Haftungseigenschaften besitzen und deshalb immer zwischen zwei Gelschichten gearbeitet werden sollen. Also z.B. zwischen Haft- und Aufbauschicht oder zwischen Aufbau- und Versiegelungsschicht. Bei den im Handel zu kaufenden Farbgelen gibt es auch Gele, die Haftungseigenschaften besitzen und somit auch als komplette Farbversiegelung gearbeitet werden können – das wird in der Regel aber angegeben.
Für eine natürlich wirkende Frenchspitze gibt es entweder fertig gemischte Soft- oder Milky-Weiß-Gele oder man mischt sich seinen Farbton selbst mit klarem Gel und ein bisschen Frenchweiß. Die Aushärtezeit beträgt 2 x 2 Minuten. Wenn das nicht so ist, wird es vom Hersteller angegeben.
Deckendes oder nicht deckendes Gel?
In der Regel sind die meisten Gele von klarer Konsistenz, zum Teil mit leichtem Roseton, damit das Nagelbett eine etwas rosigere Farbe bekommt oder mit einem Blauton, der die Modellage besonders klar erscheinen lässt. Es gibt aber auch Gele, die als Milky oder Opak bezeichnet werden, das sind Haft- oder Aufbaugele die einen höheren Pigmentanteil haben und somit auch kleine Feilschäden, Verfärbungen oder Deformationen des Nagels abdecken können. Diese Gele können zum Teil auch für eine Nagelbettverlängerung genutzt werden. Auch hier ist die Aushärtezeit doppelt so lang. Je opaker das Gel ist, desto länger kann sich die Aushärtezeit verschieben – bis zur 3- oder 4-fachen Zeit. Wird vom Hersteller ebenfalls angegeben. Bei selbst gemischtem Gel muss man dies selbst austesten.
1-Phasen-System:
Beim 1-Phasen-System wird mit einem so genannten 3-Phasen-Gel gearbeitet.
Das heißt in diesem Gel sind bereits alle Eigenschaften von Haft-, Aufbau- und Versiegelungsgel enthalten. Hier benötige ich evtl. noch einen Primer bei Problemnägeln aber ansonsten keine weiteren Gele. Die 3-Phasen-Gele sind meist dünn- bis mittelviskos damit man damit auch den Aufbau gut arbeiten kann. Hier wird also mit 1 Topf Gel gearbeitet. French wird hier nicht dazu gezählt.
3-Phasen-System:
Beim 3-Phasen-System wird mit so genannten 1-Phasen-Gelen gearbeitet.
Das bedeutet für jede zu arbeitende Schicht wird ein speziell darauf ausgerichtetes Gel verwendet. Also ein Haftgel für die Anhaftung an den NN, ein Aufbaugel für die Aufbauschicht sowie ein Versiegelungsgel für die Abschlussschicht. Die jeweiligen Gele haben dann in sich schon alle Eigenschaften die benötigt werden für ein optimales Ergebnis. Hier wird ohne zusätzlichen Primer gearbeitet. Hier wird also in der Regel mit 3 verschiedenen Töpfen gearbeitet. French wird hier nicht dazugezählt.


