Geld zurück…?

Dieses Thema enthält 17 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  dani1983 vor 5 Jahre, 1 Monat.

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  • #38379

    sunshinemarry
    Mitglied

    Hey Mädels, ich brauche eure Hilfe…

    eine befreundete Nageldesignerin hat Probleme mit einer Kundin. Sie hat ihr Freitag die Nägel gemacht (extra für einen Discobesuch am Samstag) gestern rief die Kundin bei meiner Freundin an und sagte, dass nach 3 Tagen bereits 5 Nägel abgefallen sind. (Dies ist aber in 8 Jahren noch nicht vorgekommen, also das mal einer abgeht, kann ja passieren – aber nicht 5)
    So nun möchte die Kundin unverzüglich Ihr Geld zurück und droht mit Anwalt.
    Meine Freundin erklärte Ihr, dass es kein Geld zurück gibt, sondern Sie entweder die Nägel Gratis neu modelliert oder Sie einen Gutschein bekommt (bspw. für eine Maiküre und / oder Pflegeprodukte)

    Nun ist meine Freundin sehr aufgeregt und hat Angst, dass die Kundin nun tatsächlich rechtlich was machen kann.

    Was meint Ihr? Hat jemand hieb- und stichfeste Hinweise?

    Ich DANKE euch schonmal

    Axo: ich bin der Meinung, dass meine Freundin, ihr schon mehr als entgegen gekommen ist und denke, dass sie rechtlich keine Chance hat, Sicher bin ich mir allerdings nicht

    #564936

    boppel
    Teilnehmer

    sie hat ein recht auf nachbesserung…die kundin und auch deine freundin…….also kein geld zurück.
    und erstmal anschauen wie die nägel aussehen…..

    #564941

    sunshinemarry
    Mitglied

    also die Kundin schließt eine Reparatur kategorisch aus. Für sie gibt es nur GELD ZURÜCK, sonst Anwalt…hmmm

    #564945

    dani1983
    Teilnehmer

    Also ich war im EInzelhandel tätig und da war es rechtlichg so, dass der Hersteller bis zu 3 Mal wegen dem gleichen Fehler(!) nachbessern darf und erst dann muß man das Geld auszahlen.

    Ich denke das es hier ähnlich ist, kann es aber nicht 100%ig sagen.

    Ich weiß nur was das für ein Kampf ist das den Kunden zu erklären.

    Aber ohne Nägel anschauen und gucken wie die kaputt sind würde ich auf jeden Fall gar nichts machen.
    Ist aber schon ne komische Situation…

    #564946

    dani1983
    Teilnehmer

    das hab ich grade gefunden:

    Eine Reklamation ist gerechtfertigt, wenn die Ware oder Dienstleistung, die reklamiert wird, einen Mangel aufweist. Das heißt, gewisse zugesicherte oder zu erwartende Eigenschaften, die dem Käufer nutzen könnten, sind nicht vorhanden. Beispielsweise liegt ein technischer Defekt vor.
    Der Käufer reklamiert also beim Verkäufer. Dieser hat nun mehrere gesetzlich vorgesehene Möglichkeiten, den Mangel zu beseitigen:

    • Nachlieferung (ugs. Umtausch): Der Verkäufer nimmt die reklamierte Ware zurück und händigt ihm solche aus, die diesen Fehler nicht aufweist. Übliche Vorgehensweise bei geringwertigen Gütern.
    • Nachbesserung (ugs. Reparatur): Der Verkäufer behebt den Mangel auf seine eigenen Kosten, so dass der Reklamationsgrund entfällt. Bei Dienstleistungen spricht man hier auch von einer Nachbesserung.
    • Rücktritt vom Kaufvertrag (ugs. Rückgabe): Der Verkäufer gibt dem Käufer sein Geld zurück. Er erhält im Gegenzug die fehlerhafte Ware zurück, sofern das mit angemessenem Aufwand möglich ist. Für diese Möglichkeit kann sich der Käufer allerdings nur entscheiden, wenn der zweite Versuch einer Nachbesserung des Verkäufers gescheitert ist.
    • Minderung: Der Verkäufer erstattet einen Teilbetrag, der Käufer behält die fehlerhafte Ware. Dies ist die häufigste Lösung bei reklamierten Urlaubsreisen und anderen Dienstleistungen. Für diese Möglichkeit kann sich der Käufer ebenfalls nur entscheiden, wenn der zweite Versuch einer Nachbesserung des Verkäufers gescheitert ist.

    Es liegt in der Entscheidung des Käufers, welchen Weg er wählt. Dabei kann er vorerst wählen zwischen Nachlieferung und Nachbesserung. Ist beides mehrmals (höchstens zweimal) nicht möglich, kann der Verkäufer mindern oder vom Vertrag zurücktreten.
    Die Aushändigung einer ganz anderen Ware oder eines Gutscheins ist nur mit dem Einverständnis des Käufers zulässig.

    ich hab da mal was rot markiert. Das bestätigt das was ich grade sagte. Und wir fallen als ND doch unter Dienstleistungen oder?

    #564935

    malandi
    Teilnehmer

    soll sie doch zum Anwalt gehen. 😉

    Die Dienstleistung wurde erbracht und bezahlt. Deine Freundin hat Nachbesserung angeboten, welche die Kundin kategorisch ausschlägt.

    Auf was will der Anwalt denn klagen?

    #564934

    toxicca
    Teilnehmer

    das ist der Versuch ND abzuzocken! wenn sie Nachbesserung angeboten hat reicht das doch.
    und ja, sie hat das recht auf nachbesserung und wenn sie das nicht will, hat sie Pech, soll sie doch zum Anwalt gehen, dafür hat jede ND eine Betriebshaftpflicht die genau da hilft!

    #564937

    wildbastet
    Teilnehmer

    Als allererstes, um überhaupt irgendwelche Schritte unternehmen zu können (inklusive Nachbesserung), muss der KD nachweisen dass es ein “Mangel” war und nicht “unsachgemäße Benutzung” (Selbstverschulden). Und das soll mal die KD versuchen. Außerdem soll ein Mangel SOFORT mitgeteilt werden und nicht nach 5 Tagen, in denen er – falls vorhanden gewesen – auch noch manipuliert werden konnte (theoretisch).

    Der KD hat hier die Beweispflicht. In dieser Branche ist es allerdings praktisch unmöglich, einen tatsächlichen Mangel an der Dienstleistung nachzuweisen (es sei denn sofort am nächsten Tag), denn es gibt keine “Prüfstellen” außer dem ND selbst.

    Daher würde ich (persönlich) versuchen, einen Konsens mit dem Kunden einzugehen (bisschen Kulanz ist nie verkehrt). In jedem Fall aber einladen, angucken, besprechen. Dann je nachdem was meine Augen und mein Gefühl mir sagt. Absicherung in Form von “Pflegeanleitung”, “Do’s & Dont’s” etc pp (sowohl schriftlich als auch mündlich) sollten folgen und expliziter Hinweis auf gewährte Kulanz (falls dies denn stattfindet).

    #564942

    sunshinemarry
    Mitglied

    vielen Dank für eure Antworten – ich hab sie schon weiter geleitet 😎

    Die Kundin ist für eine Ersatzleistung in keiner Form bereit, es sei denn Geld zurück.
    Meiner Meinung nach hat meine Freundin versucht einen Konsenz zu finden indem Sie Ihr eine neue Modellage angeboten hat, mehr als kulant war ja auch noch die Möglichkeit eines Gutscheins für andere Anwendungen oder Pflegeprodukte.

    Ich würde hier einfach stur bleiben, zumal es ja auch keine GUTE- bzw. STAMMKUNDIN war.

    #564930

    mandy77
    Teilnehmer

    Rechtlich wird viel geschrieben, Stichwort hier ist Individuell erbrachte Leistung, und jetzt beginnt es spannend zu werden. Material ist verbraucht (bei Kundin auf dem Nagel, oder auch nicht mehr), Arbeitsleistung ist erbracht (die Uhr kann man nicht zurückdrehen). Das dürfte soweit einleuchten, nächster Punkt, wenn es Geld zurückgeben soll, dann muss auch die “Ware” wieder in den Besitz des Verkäufers übergehen, das ist ein Punkt der schwer zu erfüllen ist, selbst wenn alle modellierten Nägel säuberlich entfernt werden können und der ND zurück gegeben werden könnten, sind diese praktisch wertlos, da diese für keine weitere Verwendung (selbst als preisreduzierte Ware) mehr genutzt werden kann.

    Spätestens hier dürfte allen Beteiligten klar sein, das es kein Geld zurück geben kann. Auch eine Nachbesserung geschieht auf reiner Kulanzbasis. Nun ein Punkt ist noch der einer näheren Betrachtung verdient, wie sieht es aus wenn die Kundin vor Gericht gehen sollte, als erstes dürfte die Summe um welche es sich handelt doch ein geringes der Gesamtkosten eines Verfahrens ausmachen, also Anwaltskosten, Kosten des Verfahrens etc. dem gegenüber steht dann eine Summe welche eingeklagt wird, welche nicht im Verhältniss steht, das ist aber noch nicht die ganze Wahrheit, jetzt kann nämlich noch folgendes passieren, es findet sich ein Anwalt der ein wenig Geld verdienen will, er wird egal von wem immer bezahlt, und dieser reicht dann Klage ein, dann trifft das auf einen Richter dessen Ehefrau vll. auch mit “Ihrem” Nagelstudio nicht so richtig zufrieden ist und bedrängt ihren “Richter” verdonnere die ND zum Schadensersatz und den Kosten des Verfahrens, der Richter macht dies, findet im BGB entsprechende §§ und legt sie in seinem durchaus möglich rechtlich richtigen Ermessen aus. Was dann? Was ich sgen will es gibt keine 100% Sicherheit auf diese Frage, sondern ist immer wieder eine Einzelfallentscheidung.

    Puh, ist die Phantasie mit mir aber wieder durchgegangen was unsere Justiz betrifft.

    #564938

    wildbastet
    Teilnehmer

    Wohl wahr… *schmunzel* 😉

    #564940

    beautyheaven
    Teilnehmer

    Die Kundin müsste erstmal beweisen, dass es der Fehler der ND war. Und beweis sowas mal. Also hat die keine Chance. Soll sie zum Anwalt. Deine Kollegin braucht keine Angst haben.

    #564943

    faith2504
    Teilnehmer

    @mandy77 987635 wrote:

    Spätestens hier dürfte allen Beteiligten klar sein, das es kein Geld zurück geben kann. Auch eine Nachbesserung geschieht auf reiner Kulanzbasis.

    Rechtlich stimmt das natürlich nicht. Auch bei Diensleistung ist Nachbesserung bei Mangel NICHT nur Kulanz des Dienstleistenden. Bei uns wurden auch schon Ansprüche gegen ND’s durchgesetzt. Allerdings waren es da tatsächlich Mängel in der Arbeit.

    #564931

    mandy77
    Teilnehmer

    Bitte nochmal genau meinen Text lesen, der bezieht sich auf einen Punkt, nämlich Geld zurück. Nicht mehr und nicht weniger, viel wichtiger ist der Satz Nachbesserung, jetzt wird es nämlich noch spannender. Es wird 2 mal nachgebessert, Kundin immer noch nicht zufrieden und will dennoch Geld zurück und droht mit Anwalt. Gut dann sind immer noch ein paar Feinheiten die genau betrachtet werden müssen. (Es wird immer davon ausgegangen, das ND entsprechende Zertifizierung nachweisen kann) Modellage ist sach und fachgerecht ausgeführt (wer bestätigt dies, bzw. begutachtet dies? ). Nachbesserung wurde angeboten, angenommen und Kundin dennoch nicht zufrieden, was dann? Kundin Nachbesserung angeboten, wurde von Kundin nicht angenommen, was dann? Wie gesagt denke ich das dies immer auf den Einzelfall ankommt. Mal so als dezenter Hinweis, ich würde bei einer fehlerhaften Leistung die Reklamation immer schriftlich führen, zwar kann man kurz telefonieren und versuchen der ND eine Möglichkeit der Nachbesserung zu geben.

    Du schreibst es gibt Studios von welchen das Geld zurückgefordert wurde und die auch entsprechend verurteilt wurden. Kannst Du ein entsprechendes Urteil posten?

    Das würde mich wirklich interessieren.

    #564932

    mandy77
    Teilnehmer

    also die Kundin schließt eine Reparatur kategorisch aus. Für sie gibt es nur GELD ZURÜCK, sonst Anwalt…hmmm

    sorry, das ging ein wenig unter, da die Kundin eine Nachbesserung ausschließt, gibt Sie dem ND also keine Möglichkeit, seiner Pflicht nachzukommen. Jegliche weitere Diskussion wäre also nicht zielführend.

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