Was braucht man für Acrylmodellagen

Dieses Thema enthält 173 Antworten und 23 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  kimslr vor 5 Jahre, 3 Monate.

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  • #517513

    wildbastet
    Teilnehmer

    3. Schädlich, gesund?

    Einige Worte zur Schädlichkeit bzw. „heilender“ Wirkung der Modellagen. Sehr häufig ist zu hören: „Kunstnägel sind schädlich für die Gesundheit (bzw. und) für eigene Naturnägel!“ Diese Aussage wird meistens ohne weitere Argumente oder Erklärungen vorgebracht und ist schon alleine deswegen nicht haltbar. Personen, die dies sagen, haben sich in den meisten Fällen nicht (bzw. nicht ausreichend) informiert oder geben einfach das weiter, was sie von jemandem nicht-/ wenig informiertem gehört haben. EINE NAGELMODELLAGE IST NICHT SCHÄDLICH. Weder für die Gesundheit (sei es Kunde oder Nageldesigner) – bei korrekten Schutzmaßnahmen- noch für die Naturnägel. Die NN-Platte ist verhorntes Keratin (Eiweiß). Sie ist für die Modellagematerialien – wie übrigens auch für die meisten anderen Stoffe (abgesehen von aggressiven ätzenden Chemikalien, die im Alltag sowieso nicht auftauchen, sondern nur in Laboren) – im gesunden Zustand nicht durchlässig. Selbstverständlich sollten diverse Flüssigkeiten, die bei der Modellage benutzt werden, nicht an die Haut gebracht werden. Dies weiß und beherzigt aber eine qualifizierte Nageldesignerin auch. Keratin ist an sich ein weiches Eiweiß, welches bei Berührung mit Sauerstoff mit Verhärtung reagiert. Deswegen ist auch die Nagelplatte am Nagelmond noch eher weich und wird weiter zur Spitze immer fester (dieser Teil der Platte ist ja schon länger mit Sauerstoff in Berührung). Häufig wird nach dem Entfernen des Modellagematerials beklagt, wie weich doch die eigenen NN geworden sind. Kennt man die o. g. Fakten – ist die Ursache völlig klar und verständlich. Dass der NN weich ist bedeutet noch längst nicht dass er geschädigt ist, lediglich hatte er keine Berührung mit Sauerstoff unter der Modellage, was sich nach einigen Tagen ohne das Modellagematerial wieder normalisiert. Zusammengefasst heißt es: man kann die Nägel nur an deren Oberfläche beeinflussen (wie z. B. auch mit Nagelhärtern), jedoch NIE etwas durch die Nagelplatte ins Nagelbett einschleusen. So wie auch NIE körpereigene Substanzen vom Nagelbett durch die Nagelplatte nach außen treten können. Was zum weiteren Mythos führt: die Nägel würden „atmen“ und „schwitzen“. Atmen kann nur etwas, was Lungen hat. Schwitzen kann nur die Partie, wo sich Schweißdrüsen befinden. Beides trifft auf die Nagelplatte nicht zu. Bei solchen Einwänden wie „jedes Organ braucht Sauerstoff zum Funktionieren“: korrekt, nur dass die Nagelplatte kein Organ ist sondern Hautanhangsgebilde. Sie enthält keine Blutgefäße, Talgdrüsen, Schweißdrüsen, Nervenenden. Nur das Nagelbett ist lebendes Gewebe – und das wird mit Sauerstoff durch die Blutbahnen versorgt – und nicht durch das „Atmen der Nagelplatte“. Zum „schwitzen“: wie schon oben gesagt, ist die Nagelplatte im gesunden Zustand für Stoffe undurchlässig. Ist sie jedoch geschädigt (knibbeln, angefeilt, angerissen u. ä.), trifft die Aussage nicht ganz zu. Je nach Stärke der Schädigung kann die Nagelplatte dann körpereigene Substanzen (wie z. B. Lymphe oder Blut) an die Oberfläche „durchlassen“ so wie auch andere Stoffe durch die Nagelplatte in den Körper gelangen können. Häufig wird diese (eigentlich fehl-)Funktion des Nagels von einigen schlecht informierten Personen (leider unter anderem auch Nageldesignern) als „schwitzen“ bezeichnet. Meistens wird dann eine Aussage getätigt wie „Pech gehabt, die Naturnägel schwitzen zu sehr, da hält keine Modellage“. Dass die Modellage schlecht hält, trifft meistens zu. „Pech gehabt“ ist allerdings eine sehr leichtsinnige Aussage, denn am NN ist ein Schaden vorhanden, den entweder die Person selbst oder der Nageldesigner zu verantworten hat. Ein geschädigter NN ist IRREPARABEL geschädigt. Man kann ihn nicht langfristig „reparieren“ oder „wiederherstellen“, die beschädigte Partie muss rauswachsen. Bei leichten/ nicht allzu tiefen Schäden kann mit Modellagematerialien eine vorübergehende Reparatur vorgenommen werden. Ausgehend vom oben Genannten ist es nur logisch, dass Modellagematerialien auch keine „heilende“ oder tief greifende Reparaturwirkung haben – was sehr häufig und sehr gerne erzählt wird. Es kann in einem Modellagematerial noch so viel Vitamin E enthalten sein – auf die Struktur der Nagelplatte hat das keine Auswirkungen. Und schon gar nicht auf den nachwachsenden Teil des Nagels. Natürlich verändert eine Modellage etwas die Oberfläche der Nagelplatte. Allerdings ist dies sehr unwesentlich, wenn korrekt gearbeitet wurde. Die Nagelplatte wird lediglich mit sehr feiner Körnung (ähnlich dem Polierkissen zur Rillenentfernug) mattiert und evtl. mit Flüssigkeiten behandelt, die einzelne Keratinschüppchen (aus welchen die Nagelplatte besteht) sich anheben lassen – was bessere Verbindung des Modellagematerials mit dem NN ermöglicht. Wobei dies auch nicht immer vonnöten ist. Die Belastung des NN bei einer Modellage ist insgesamt mit wiederkehrender Behandlung mit Nagellack, Entferner, Polierer zu vergleichen – bei einer KORREKTEN AUSFÜHRUNG.

    #517514

    wildbastet
    Teilnehmer

    4. Und weiter?

    Eine NN-Verstärkung sollte aus optischen und Haltbarkeitsgründen nach einiger Zeit (2 bis 3 Wochen, je nach Wuchsgeschwindigkeit der NN) überarbeitet werden. Dabei kann die Modellage aufgefüllt/ korrigiert werden, häufiger jedoch wird das Material komplett abgenommen und eine neue Verstärkung gearbeitet (aus diesem Grund werden meistens ablösbare Materialien benutzt, damit nicht soviel Feilarbeit anfällt). Hierbei kann natürlich auch ein anderes Design gewählt werden.

    Die Korrektur einer NN-Verlängerung ist einerseits aus optischen Gründen nötig, viel wichtiger ist sie jedoch wegen der Haltbarkeit und der Minimierung der Bruchgefahr. Denn je nach Wuchsgeschwindigkeit der NN verschiebt sich die Statik der Modellage mehr oder minder, was unter Umständen zur unangenehmen Hebelwirkung und ferner zu sog. Liftings (Ablösung der Modellage vom NN), Rissen und/ oder Brüchen (meistens schmerzhaft) führen kann. Bei dieser Art der Modellage gibt es diverse Möglichkeiten der Korrekturen: mit Optimierung der Nagelform und ohne (bei idealer Nagelform, selten), mit Designwechsel oder seiner leichten Änderung, die Länge kann verändert werden. Die Varianten des Refills sind sehr vielfältig.

    Es gibt auch die Möglichkeit des sog. „Refresh“. Dies ist keine vollständige Korrektur der Modellage, sondern deren Auffrischung und dient nur der Optik. Sie eignet sich bei sehr schnell wachsenden NN (wenn die Optik schon nach kurzer Zeit leidet, die Statik aber noch einige Zeitlang stimmt) oder für Personen, die auch den kleinsten „Raswuchs“ am Nagelmond nicht mögen/ unschön finden oder bei einigen speziellen Designs wo auch der kleine Rauswuchs die Optik stört (z. B. bei Fullcover in kräftigen Farben). Beim Refresh wird lediglich die oberste Glanzschicht angerauht oder abgefeilt (je nach Design, bei Fullcover wird auch die Farbe komplett entfernt), die Kanten des Nagels werden leicht bearbeitet (keine Formveränderung) und der Nagel wird wieder mit Glanz versiegelt (bei Fullcover wird selbstverständlich die Farbe erneuert). Der unterschied zur Korrektur/ Refill besteht darin, dass die Form des modellierten Nagels nicht verändert/korrigiert wird, die Statik verbleibt und es wird kein Material auf den rausgewachsenen Teil der Nagelplatte (welcher beim Refresh noch meistens sehr klein ist) modelliert. Ein Refresh ist nur dann möglich wenn KEINE LIFTINGS vorhanden sind. Anderenfalls sollte ein Refill bzw. (nach Situation) eine Neuanlage gearbeitet werden.

    Wenn ein Refill nicht sinnvoll erscheit, sollte eine Neuanlage gearbeitet werden. Dies kann der Fall sein wenn: (wie schon oben angesprochen) extreme Liftings vorhanden sind, mehrere Nägel gebrochen sind (hier ist eine Neuanlage aus optischen Gründen sinvoll), die Form der Nägel nicht mehr optimal ist und per Refill nicht mehr korrigiert werden kann (z. B. stark nach oben wachsende Nägel), ein Design sehr „tief“ oder sogar „durchgehend“ in der Modellage ist und der Kunde sich für ein neues Design entscheidet. Und nicht zuletzt – wenn spezifische Nagelform modelliert worden ist, die nicht korrigiert werden kann/ sollte weil sie nach der Korrektur sonst einfach nicht mehr die ursprüngliche Form aufweist (wie z. B. Edge – das innere V im Tunnel geht verloren – es sei denn man fräst es mühselig wieder in Form). Im Großen und Ganzen bin ich der Meinung, eine Neuanlage ist dann sinnvoll, wenn sie weniger Zeit in Anspruch nimmt und weniger Mühe erfordert als es ein Refill/ eine Korrektur tun würde.

    #517515

    wildbastet
    Teilnehmer

    5. Probleme bei der Haltbarkeit (und wer ist Schuld)

    Bei der Haltbarkeit der Modellagen können diverse Probleme auftreten. Und zwar bei jeder Art der Modellage und mit jedem Modellagesystem. Grob kann man die Probleme in zwei Kategorien teilen, und zwar: a) schlechte Haftung des Modellagematerials (Liftings); b) Brüche, Risse (häufig als Folge auch Liftings).

    Die schlechte Haftung des Materials ist eins der am häufigsten anzutreffenden Übel bei der Modellage. Es gibt unzählige Ursachen dafür, für die meisten von denen der Nageldesigner verantwortlich ist. Das sind zum Beispiel: mangelhafte Vorbereitung des NN, unpassendes Modellagesystem bzw. unpassende Modellagematerialien für den jeweiligen NN, miteinander inkompatible Modellagematerialien (z. B. von verschiedenen Firmen), falsch gearbeitete Modellage (Statik, Optik, Handhabung der Materialien), falsches Befeilen der Modellage (auch beim Refill), unpassende Form und/ oder Länge der Nägel für die jeweilige Person. Allerdings ist nicht immer der Nageldesigner schuld an schlechter Haftung des Materials. Sind alle oben genannten Punkte unzutreffend und die Arbeit korrekt ausgeführt, könnte eine persönliche Unverträglichkeit der Materialien die Ursache sein oder starke Medikamenteneinnahme oder auch der allgemeine Gesundheitszustand (Krankheit, Stress, hormonelle Veränderungen). Letztere haben allerdings extremst unterschiedliche Auswirkungen. Es kann sein, dass bei einer Person währen der Einnahme starker Antibiotika oder während einer Schwangerschaft die Haftung sehr leidet – bei einer anderen Person sind möglicherweise gar keine Auswirkungen davon spürbar. In solchen Fällen ist alles sehr individuell und es sollte keine Schuldzuweisung sondern vielmehr gegenseitiges in Kenntnis Setzen und Suche nach Problemlösung stattfinden. Abgesehen von den oben genannten Faktoren kann auch der Kunde eine schlechte Haftung des Modellagematerials verursachen. Zum Beispiel durch viel „spielen“ mit den Nägeln, unzumutbare Belastungen (mechanisch – starke Hebelwirkung, chemisch – aggressive Chemikalien (Putzmittel unter anderem)),
    „pulen“/ „knibbeln“ an den Rändern der Modellage, Stöße (verursachen häufig „Taschenliftings“).

    Bei Rissen und Brüchen der Modellage sieht es nicht viel anders aus. Da kann der Verursacher auch sowohl der Nageldesigner als auch der Kunde sein. Am Nageldesiger liegt es wenn: die Modellage nicht korrekt gearbeitet wurde (Statik stimmt nicht), Modellagematerialien sind nicht kompatibel (dann manchmal Rissbildung), Fehler beim Setzen der Schablonen oder Tips, falsches Befeilen der Modellage, zu viel poröse Nailart im statisch wichtigsten Bereich der Modellage. Am Kunden liegt es wenn: das alles stattfindet was oben bei „Ursachen für Liftings“ beschrieben ist, mit der Modellage falsch umgegangen wird (Stöße, Knicke, einklemmen usw.).

    Wenn die Modellage so bricht dass der NN drunter mit betroffen ist, wird häufig die Arbeit des Nageldesigners in Frage gestellt. Dies ist allerdings völlig verkehrt. Denn um das Modellagematerial so zu brechen dass der NN drunter leidet bedarf es großer Kraft, was bedeutet – bei weniger starkem Stoss wäre die Modellage nicht gebrochen bzw. nur gerissen (und der NN wäre intakt). Was davon zeugt, dass die Statik der Modellage gestimmt hat und die Arbeit des Nageldesigners qualitativ gut ist.

    #517516

    wildbastet
    Teilnehmer

    Was is? ! Keiner mehr da oder putzt ihr die Brillen? 😉

    #517517

    wildbastet
    Teilnehmer

    Na toll! *schmoll* Dann geh ich weiter schreiben…. *mitdemfußstampf*

    #517618

    maggymae
    Teilnehmer

    wow

    #517518

    wildbastet
    Teilnehmer

    Was’n? 😉 Ist doch nur der erste kleine Teil! 😉

    #517519

    wildbastet
    Teilnehmer

    Jeeeeeetzt! Jetzt brauche ich eure Hilfe! Ich finde hier nämlich nach dem “Umbau” nichts mehr… Und zwar brauche ich alles zum Thema Seide/Fiberglas/Resin. Heißt genau: Welche wichtigsten Komponenten? Welche unterschiedliche gibt es da (z. B. gibt es versch. Seide o. Resin? )? Für wen/welche Nägel ist diese Technik geegnet (z. B. nur Verstärkung o auch Verlängerung)? Für wen definitiv nicht? Wie werden die einzelnen Komponenten angewendet (grobe “Anleitung”, keine Feinheiten)? Gibt es verschiedene Anwendungstechniken? Ist irgendwas besonders zu beachten (Resin soll ja fies sein ;))? Wie wird die Modellage entfernt?

    #517520

    wildbastet
    Teilnehmer

    Och mennoooooo…. Ist es so sch… geworden? Ich habe noch doppelt soviel zum Korrekturlesen… 🙁

    #517619

    maggymae
    Teilnehmer

    hi lena,
    ich mach mich jetzt dahinter – musste leider bis jetzt arbeiten

    #517521

    wildbastet
    Teilnehmer

    Oh, toll! Ich freue mich! 😉

    #517620

    maggymae
    Teilnehmer

    punkt 1 und 2 ist schon mal voll OK

    #517522

    wildbastet
    Teilnehmer

    i freue mi! 😉

    #517646

    janca
    Teilnehmer

    Also ich möchte mich bitte bei den Vorbestellungen mit einreihen. Habe mir letztes Jahr so ein Anfängerset Acryl gekauft und wild drauf los probiert. Ging natürlich voll in die Hose Bin auch dann bei meinem Gel geblieben. Aber ich würds trotzdem gern nochmal probieren. Allerdings waren mir diese Kurse auch immer zu teuer. Würde mich sehr über so ein Buch freuen, weil ich auch nicht immer vom Nageltisch aufstehe und an den Computer renne 😉 Hab alles durchgelesen und fand es schön und verständlich erklärt. Bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Liebe Grüße
    Janca

    #517523

    wildbastet
    Teilnehmer

    Danke, Janca! 😉 Aber erstens dauert es noch, und zweitens ersetzt dir das Büchlein definitiv nicht einen Kurs. Denn die Erklärungen werden längst nicht so detailliert sein wie eine Anleitung “live”. Weißt wie ich meine? Also, wie der Nagel aussehen soll – schon, wie das Material zu gebrauchen ist – auch (eher in groben Zügen). Aber zum Beispiel jetzt nicht bis ins letzte Detail wie man den Pinsel hält oder in welchen Bewegungen das Material beim Modellieren aufgetragen wird.

    Hoffentlich bist du jetzt nicht enttäuscht. 🙂 *schulterstreichel* Allerdings kann man solche Informationen (Details) gerade hier aus dem Forum sehr gut rausfischen. Viel wichtiger finde ich den Gesamtüberblick über die Materialien, die Techniken und Besonderheiten. Auch einige Kniffe werden dabei sein, nur halt keine “selbstverständlichen”, grundlegenden Dinge.

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