Wie viel hast Du im Monat wirklich verdient? !

Dieses Thema enthält 1 Antwort und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  nailschoolerfur vor 4 Jahre.

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    Nora
    Keymaster

    Neben der Frage, ob man am Nageltisch jeden Tag tatsächlich eine professionelle Arbeit abliefert, sollte der Nailprofi vor allem einer Frage niemals ausweichen müssen: Wieviel hast Du in diesem Monat verdient?

    Ganz ehrlich, wer sich da auf den Steuerberater verlässt sollte wissen, dass diese Berufsgruppe nicht dafür da ist, einen nicht vorhandenen Chef zu ersetzen und der Fachkraft am Nageltisch die Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens abzunehmen. Ein Steuerberater bereitet die Ausgaben und Überschüsse so auf, dass sie steuerlich verwertbar und dem Finanzamt zugänglich gemacht werden.

    Die einzige seriöse Möglichkeit zu ermitteln, ob man als Unternehmer am Ende des Monats mit Sekt feiern kann oder sich mit Wodka den Frust runterspülen muss, bringt die sogenannte Deckungsbeitragsrechnung. Diese Rechnung ermittelt recht simpel, ob die Einnahmen des Monats dazu ausreichen, die Kosten zu decken oder eben nicht und dabei gilt die alte Kaufmannsweisheit „Zahlen lügen nicht“.

    Aber wie macht man sowas denn. Auch wenn man es kaum glauben kann, – es ist total simpel.
    Es werden zunächst sämtliche Fixkosten aufgeführt, die im Laufe eines Jahres anfallen, wie Miete, Versicherungen, Telefon, Strom usw.. Für ein inhabergeführtes Nagelstudio ist es sinnvoll eine solche Aufstellung in 3 Bereiche aufzuteilen. Zunächst alles Kosten, die den Betrieb betreffen. Dabei sind die Voll-Unternehmer gut beraten wenn sie die Kosten Netto berechnen, also die Vorsteuer von 19% aus den Kosten herauszurechnen. Dann wird ein monatlicher Betrag ermittelt. Das ist bei der Miete, die ja monatlich entrichtet wird noch leicht. Versicherungen müssen zumeist auf die Monate umgerechnet werden. Bei Kleinunternehmen werden natürlich die Bruttokosten zusammengefasst, weil eine Vorsteuer ja nicht geltend gemacht werden kann.
    Der nächste Bereich sind ggf. anfallende Personalkosten, vom Lohn, über die Lohnnebenkosten bis hin zu sonstigen Vergütungen, die durch das Personal entstehen.

    Empfehlenswert sind nun noch die privaten Kosten, die durch das Geschäft abgedeckt werden müssen. Bei einer alleinerziehenden Mutter sind das praktisch alle Kosten. In einer Lebensgemeinschaft ist es oft so, dass das Geschäft nur Teile der privaten Kosten abdecken muss.
    Nehmen wir einmal an, dass im Geschäft monatliche Nettokosten von 1.500, – anfallen und dass Personalkosten von 500, – für eine Aushilfe monatlich fällig sind. Die privaten Kosten werden mit weiteren 1.800, – ermittelt.
    Durch mehrere Recherchen können wir sagen, dass die variablen Kosten für eine Neumodellage und bei einem Refill gleichermaßen bei 6-8 € liegen. Wenn man also bei Berechnungen pro Behandlung einen Wert von 7, – € zugrunde legt, dann ist man bei der Berechnung des Deckungsbeitrags auf der sicheren Seite, – und so geht´s…

    1) Du betrachtest Deine Top3 oder bei Top 5 Dienstleistungen einer vergangenen Periode, am besten 1Monat und besonders wichtig auch mal 3 Monate.
    Z.B. Neumodellage, Refill und Maniküre

    2) Dann rechnest Du 19% Mehrwertsteuer von den Einzelpreisen der Ausgewählten Dienstleistungen ab. Nun rechnest Du mit den Netto-Preisen Deiner Dienstleistungen weiter. (Kleinunternehmen lassen die 19% im Preis)

    3) Jetzt ziehst Du die Variablen Kosten von den Nettopreisen ab. Damit ermittelst Du den sogenannten Deckungsbeitrag 1 der jeweiligen Dienstleistung

    4) Nun schaust Du wie viele Dienstleistungen Du in der betrachteten Periode erstellt und kassiert hast. Multipliziere diesen Wert mit dem Deckungsbeitrag 1 der jeweiligen Dienstleistungen.

    5) Jetzt addierst Du die Ergebnisse der bis zu 5 Dienstleistungen zu einer Summe. Jetzt hast Du den Deckungsbeitrag 1 für die betrachtete Periode.

    6) Von diesem Deckungsbeitrag ziehst Du nun die Fixkosten der betrachteten Periode ab und erhältst den Deckungsbeitrag 2

    7) Der nun hoffentlich positive Deckungsbeitrag ist leider noch zu versteuern, bevor nun noch die privaten Kosten abgezogen werden müssen. Hier wäre ein kurzes Gespräch mit dem Steuerberater angebracht, der jetzt auf Grundlage dieser Zahlen genau sagen kann, ob die erzielten Erlöse im grünen Bereich sind oder nicht.

    Besten Dank,

    der Ralf

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    #576045

    nailschoolerfur
    Teilnehmer

    http://www.fachschule-fietz.de/
    Ich kann ihn sehr empfehlen, denn er hat sich auch die Belange von Nageldesignern spezialisiert. Ein sehr praxisnaher Workshop und er ist in ganz Deutschland unterwegs.

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